Das vitruvische Bergland

Die Landschaft

Das vitruvische Bergland zieht sich entlang der südlichen Reichsgrenze durch die Provinzen Eisenstein und Orkenwall und ist den Bergketten an der Reichsgrenze vorgelagert. Im Westen beginnt es etwa auf Hoehe des oestlichen Quellflusses des Valon. Im Osten reicht es bis an den Grenzwall heran. Im Norden bildet die Provinzgrenze zu Forn den Abschluß.

Das Gebirge im Süden teilt sich in zwei Hauptketten: die Eisenberge im Westen, deren höchster Gipfel, der Eisenstein, der Provinz ihren Namen gab. Im Osten der Sigmarskamm. Dazwischen befindet sich der Kargathpaß, der einzige Paß nach Kargath, der auch mit Saumtieren passierbar ist. In den Eisenbergen gibt es noch ein paar Übergänge, die aber selbst im Sommer nur selten offen sind und auch dann nur von geübten Bergwanderern benutzt werden können.

Wenn man die beiden Bergzüge aus der Luft betrachten könnte, würde man bemerken, daß die Eisenberge sich als Teil eines Hochlandes parallel zum Sigmarskamm noch weit bis zur Grenze von Maranos hineinziehen, freilich wesentlich flacher. Diese Region ist das innere Vitruvien, oder im Dialekt der Einheimischen das Valcentris, im wesentlichen ein fruchtbares Talsystem zwischen den beiden Höhenzügen. Im Südwesten der Prozinz Orkenwall endet dieses Hochland im Kargathpaß. Der östliche Ausläufer der Eisenberge in der Provinz Orkenwall, der sogenannte Orennin, schützt das Valcentris gegen hartes Klima, so daß hier viel Landwirtschaft betrieben werden kann. Auf den Höhen des Orennin selbst finden sich nur karge Wälder aus Pinien und Kiefern und vereinzelte Bergmatten, die den Schäfern und Ziegenhirten als Weidegrund dienen. Dieses wilde Bergland trennt das innere vom äußeren Vitruvien, dem auch als Gemricum bezeichneten nördlichen Bergvorland der Eisenberge. Die Bergflanken gehen hier über in ein weites Hügelland, durchzogen von den rauschenden Flüssen aus den Eisenbergen. Mittendrin erhebt sich ein mächtiger, erloschener Vulkan - Gemric.

Die Geschichte Vitruviens

Man sagt den Vitruviern nach, daß die Menschen hier Zwergenblut in den Adern hätten. In der Tat gehören viele von ihnen zu einem kleinen, stämmigen Schlag, und mit Valariots Zwergen, die fast alle hier leben, stehen sie auf gutem Fuß. In den langen Jahren des Krieges haben sie sich wiederholt in die Berge zurückgezogen und gemeinsam mit den Zwergen gekämpft, um die Heimat zu verteidigen. Man findet in den Städten zwergische Handwerker, und die Zwergenbingen werden von den Vitruviern mit Lebensmitteln beliefert.

Eine Reihe von Familien führt ihre Herkunft tatsächlich nachweisbar auf menschliche und zwergische Vorfahren zurück. Diese Halbzwergsippen werden von den Zwergen und Menschen gleichermaßen geachtet.

Über die Herkunft der Vitruvier weiß man nur, daß sie zur ursprünglichen Bevölkerung gehören, die von den Kolonisten des Imperiums vorgefunden wurde. Sagen berichten von einer großen Pest, die die Einheimischen in Scharen dahingerafft und weite Landstriche entvölkert hatte, als die Sigmariten kamen. Vor den Neuankömmlingen aus dem Westen wichen viele Flüchtlinge nach Süden, um über den Paß zu gehen. Doch die Sagen sprechen auch von anhaltend schlechtem Wetter, so daß der Paß nahezu unpassierbar war und viele beim Versuch der Überquerung umkamen. Während die Flüchtlinge am Fuße der Berge warteten, begannen sie sich dann dauerhaft einzurichten.

Vor den Schatten - der vitruvische Städtebund

Bevor die Schatten kamen, hatte sich der blühende vitruvische Städtebund zum Herrn der Region aufgeschwungen und trieb regen Handel den Valon entlang mit Caldor und über den Paß nach Kargath. Im Valcentris blühte der Ackerbau um die ehrwürdigen Städte Arii, Veruntium, Livinia und Covii. Über den Orennin führten mehrere Wege ins Gemricum. Am Fuße der Eisenberge, in denen die tiefen Bingen der Zwerge verborgen waren, waren hier ebenfalls Städte entstanden: Nobila, Apium und Lepum. Die Menschen tauschten die Früchte ihrer Felder gegen Metall und Schmiedewaren des Zwergenvolkes. Noch bestimmte zwar Gemric, die großartigste der Zwergenstädte, den Handel Vitruviens, aber Nobila begann bereits über ihre Schwestern hinauszuwachsen und auch den Zwergen die Bedingungen zu diktieren.

Der Fall Gemrics und des Valcentris

Der Ansturm der Schatten auf Vitruvien überschwemmte das Valcentris in kürzester Zeit. Arii fiel als erstes. Die Vitruvier flohen ins Gebirge und überließen die restlichen Städte im Valcentris dem Feind, jedoch nicht ohne ihre Waffen mitzunehmen. In den Bergtälern des Sigmarskammes verschanzten sie sich und führten einen erbitterten Krieg um jedes abseits gelegene Bergdorf. Jenseits des Orennin standen die Dinge zunächst etwas besser. Gemeinsam konnten Menschen und Zwerge die Städte und die Eingänge zu den Bingen halten. Doch Gemric, das nicht den Schutz der Berge im Rücken hatte, sondern sich im Hügelland frei erhob, wurde abgeschnitten und spürte die volle Wucht der Hauptarmee des Feindes. Drei verzweifelte Jahre lang kämpften die Zwerge von Gemric wie Tunnelratten um ihre größte Binge. Doch endlich durchbrachen die Zauberer der Schatten die Runen?, die um die Binge gewoben waren, und ließen Teile der Bergwand einbrechen, so daß große Hallen sich ihren Heeren schutzlos darboten. Gemric fiel.

Die große Belagerung

Während der langen Jahre des Krieges, die nun folgten, gelang es den Menschen und Zwergen, die Städte und Bingen an den Hängen der Eisenberge dank ihrer strategisch günstigen Lage im großen und ganzen gegen die Schatten zu halten, auch wenn Nobila, Lepum und Apium zwischendurch wiederholt in den Händen des Feindes waren. Die Baumeister der Zwerge schufen unterirdische Wasserleitungen, geheime Versorgungstunnels und starke Bollwerke, so daß die Städte der Menschen den Belagerungen standhalten konnten. Die verbleibenden Zwergenbingen schlossen ihre Tore ganz und verbargen sich mit starken Runen? vor den Schatten, nur noch über geheime Saumpfade und tiefe Tunnels im unzugänglichen Gebirge von den Vitruviern mit Lebensmitteln versorgt, die aus verborgenen Bergdörfern stammten.

Doch die Lage wurde immer verzweifelter, jeder Kontakt nach außen war abgebrochen. Der Paß nach Kargath war unerreichbar, denn die Horden der Schatten schwärmten durch die Täler von Valcentris. Der Orennin und das Hügelland von Gemricum waren überschwemmt von Feinden. Auch in den Tiefen der Berge wogte der Krieg, denn Orks und Gobline sind ebenso unter der Erde zu Hause wie Zwerge. Die letzten Widerstände von Mensch und Zwerg im Sigmarskamm wurden gebrochen, als Dunkelzwerge an die Oberfläche kamen. Nur auf den Hängen der Eisenberge hielten sich die Vitruvier noch. Dies schien das Ende der Welt zu sein. Langsam aber sicher wurden Zwerge und Menschen dezimiert, und Lepum mußte endgültig aufgegeben werden. Auch der Fall von Nobila war nicht mehr abzuwenden, und Apium maß seine verbleibende Freiheit eher in Wochen denn in Monaten.

Das Licht der Hoffnung

Als zum ersten Mal ein Kundschafter die Linien der Schatten durchbrach und die Kunde von der Rebellion der Schattenstürmer nach Nobila brachte, kam den Vitruviern zum ersten Mal der Glaube an die Zukunft wieder. Aus den Bergverstecken strömte das Volk hinunter in die Täler und schloß sich den wachsenden Heerscharen der Schattenstürmer an, um das Land zu befreien...

Neuordnung

Nachdem die Schatten hinter den jetzigen Grenzwall zurückgedrängt waren, begann der Wiederaufbau Vitruviens. Aber als der Rat des Reiches von Valariot das Land neu ordnete, wurde das entvölkerte Valcentris der neuen Provinz Orkenwall zugeschlagen, um die Grenze effektiver zu verteidigen. Die Städte hier waren in Ruinen gelegt, die Felder und Olivenhaine verwüstet, die Bewässerungsanlagen waren versumpft. Dennoch kehrten Familien zurück ins Valcentris, um den Wiederaufbau in Angriff zu nehmen.

Die vitruvischen Städte im Gemricum kamen unterdessen gemeinsam mit den Zwergenbingen und den anderen Landstrichen im Quellgebiet des Valon zur neuen Provinz Eisenstein. Schnell nahmen die Bürger den Handel wieder auf. Silber, Stahl und Steine aus Gemricum trugen ihren Teil zum Wiederaufbau von Valariot bei. Die gepflasterten Straßen aus der Zeit vor den Schatten werden wieder instandgesetzt und verbinden die abgelegeneren Dörfer der Eisenberge mit Lepum, Apium und Nobila. Über den Orennin führen sie nach Valcentris hinein, wo statt der früheren entvölkerten Bauerndörfer riesige Landgüter angelegt wurden, die sich im Besitz der wohlhabenden Familien befinden. Die zerstörten Städte des Valcentris werden neu besiedelt, wenn sie auch weit entfernt sind von der alten Größe. Neue Aquaedukte, Kanalisation und große Tempel zu Ehren Sigmars und der alten Fruchtbarkeitsgötter zieren die Städte, säulengeschmückte Villen die Landgüter.

Wovon bezahlen die Vitruvier diesen Aufbau? Die fruchtbaren Böden des Valcentris und des gemricischen Hügellandes produzieren reiche Ernte an Gemüse, Getreide, Wein und Oliven. In den Bergtälern des Orennin weiden Schafe und Ziegen, liefern Fleisch, Wolle und Käse. In den Talwäldern Gemricums mästen sich Schweine. Aus den Zwergenbingen kommen Eisen, Silber, Kupfer, Edelsteine, Steinkohle und die wunderbaren Handwerkserzeugnisse der Zwerge. In Steinbrüchen werden Granit, Basalt, Marmor, Sandstein abgebaut. Und all diese Reichtümer rollen über die neuerbauten gepflasterten Straßen in die Städte, die sich zu wichtigen Handelszentren entwickeln, allen voran Nobila und Gemric.

Die Bürgerschaft Vitruviens

Vor den Schatten hatte Vitruvien nie einen einzelnen Herrscher, nicht einmal eine gemeinsame Regierung. Die Städte wurden durch ihre Stadträte regiert, und diese trafen sich auf einen Städtetag, der in unregelmäßigen Abständen zusammenkam. Diese Institution gibt es heute noch, und sie ist vor allem geprägt dadurch, daß man sich über Nichtigkeiten kabbelt. Vor allem, wo inzwischen die Macht in den Provinzen liegt und der vitruvische Städtebund eigentlich nichts mehr zu entscheiden hat.

Nobila, die größte der vitruvischen Städte, mag als Beispiel für die anderen dienen. In Nobila bestimmt die Geschicke der Stadt ein Senat. Die Ältesten der angesehenen Familien von Nobila haben einen Sitz und Stimme in diesem Gremium. Da neue Mitglieder vom Senat berufen werden, bleibt dieses Gremium den einflußreichen und reichen Familien vorbehalten. Die einfachen Bürger, die meistens auch gar keine Zeit haben, um Politik zu machen, statt ihrer Arbeit nachzugehen, bleiben außen vor.

Aus seinen Reihen ernennt der Senat eine Reihe von Magistraten, die sich um die Alltagsgeschäfte vom Steuereintreiben bis zur Feuerwehr zu kümmern haben. Einer davon führt den Titel „Erster Magistrat“ und fungiert als Bürgermeister.

Was bleibt den Bürgern, deren Familie nicht im Senat vertreten ist? Die Belange ihres Handwerkes oder Berufes werden in der Regel durch eine Gilde geregelt. Und als Gegengewicht zu den reichen Kaufleuten und Landbesitzern im Senat kümmern sich die Gilden inzwischen auch um die politischen Interessen ihrer Mitglieder und kämpfen um Einfluß in der Politik. Seit Nobila einmal volle fünf Wochen ohne Brot auskommen mußte, nimmt der Senat die Stimme der Gilden auch ernst. (Auf diese Zeit geht das vitruvische Wort vom „Backstubenkrieg“ für besonders hartnäckiges Beharren auf dem eigenen Standpunkt zurück. Und wenn jemand sich vor unangenehmen Tatsachen sieht, heißt es, daß er „Mehl fressen“ muß.)

Vitruvische Miliz

In allen vitruvischen Gemeinden gibt es die Bürgerpflicht, daß jeder waffenfähige Mann fünf Jahre bei der Miliz dienen muß. Dabei muß er seine Ausrüstung selbst bezahlen. Sein Vermögen wird daher vom Magistrat geschätzt, und er wird dann einer Steuerklasse zugeteilt. Der Einfachheit halber entsprechen die Steuerklassen dem Truppenteil, bei dem er Dienst tut, je nachdem, was er sich für Ausrüstung leisten kann.

Die allermeisten steuerfähigen Bürger sind bei der schweren Infanterie - die Spieße und die simpel konstruierten Rüstungen nach zwergischem Muster, mit denen sie ausgerüstet sind, kosten nicht die Welt. Je nach Steuerklasse stehen sie dann mit besonders guter Rüstung in der ersten Reihe, oder fast ohne Rüstung in der dritten Schlachtreihe.

Reiterei hat hier im Bergland nie eine wirkliche Rolle gespielt, außerdem sind Pferde sehr teuer im Unterhalt. Die höchsten Steuerklassen müssen daher vor allem auch für den Unterhalt der Stadtmauern zahlen. Die armen Hirten aus dem Umland der Stadt dagegen bilden dann die Plänklereinheiten.

Die Gilden aber stellen Kriegsmaschinen und deren Bedienungsmannschaften.

Knapp zweitausend Militen umfaßt die vitruvische Miliz, eingeteilt in 14 Colonnen unter Führung je eines Centurio zu je zehn Dekurien mit je zehn Speeren unter einem Dekurio, sowie drei Colonnen zu je hundert Bognern und Schleuderern, einer Colonne von hundert Ballistariern und zwei Colonnen zu je hundert Reitern. Sieben Tribunen (aus jeder Stadt einer) bilden den Stab.

Von Zwergen und Menschen

Seit je her hat Vitruvien mit seinen reichen Schwemmlandböden die Zwergenbingen mit Lebensmitteln versorgt. Nahezu die gesamte Ernte ging unter die Berge. Im Gegenzug brachten die Zwerge ihre Waren in die vitruvischen Städte. Aus dieser fruchtbaren Zusammenarbeit gedieh Vitruvien vor den Schatten, und auch jetzt wieder ist es diese Verbindung, die den Wiederaufbau voranbringt.

Die engen Bindungen zwischen Vitruviern und Zwergen führten dazu, daß man im vitruvischen Stadtleben viel mehr Zwerge sieht als es anderswo üblich ist. Insbesondere in Apium und Lepum, die am Rande der Eisenberge liegen, gibt es große zwergische Gemeinden. Die allermeisten von ihnen sind Handwerker: Schmiede und Kunstschmiede verschiedenster Spezialisierung. In den Gilden wiegt das Wort der Zwerge schwer - einige werden fast ausschließlich von Zwergen gebildet, wie die Baumeistergilde von Nobila oder die Loge der Konstrukteure in Lepum (die sich hauptsächlich mit Bewässerungspumpen und Baukränen, aber auch mit Ballisten und kleinen Geräten mit Aufziehfeder beschäftigt).

Es gibt eine Reihe von Familien in Vitruvien, die zu ihren Vorfahren sowohl Menschen als auch Zwerge zählen. Diese Halbzwerge weisen mehr oder weniger Züge beider Seiten ihrer Vorfahren auf, und leben zum Großteil unter den Menschen, obwohl es heißt, daß einige von ihnen auch in den Tiefen der Bingen zu Hause sind.

Aus Achtung vor den Zwergen und ihrem Beitrag zum Freiheitskampf nahm der Fürst seinen Sitz in der Oberstadt des wiederaufgebauten Gemric. Der zwergische Thain von Gemric spricht ein wichtiges Wort im Ohr des Fürsten von Eisenstein. Doch Gemric ist auch die einzige Zwergenstadt, deren Tore den Menschen geöffnet sind - die Bingen in den Eisenbergen bleiben unzugänglich und verborgen. Nur wenige Vitruvier kennen die Wege und Losungsworte, und die Handelskarawanen der Zwerge kommen unter umständlicher Geheimnistuerei aus den Bergen in die Städte. Nicht einmal die Zahl der Zwergenbingen in den Eisenbergen ist den Menschen bekannt. Doch die Freundschaft der Zwerge ist unbestritten, und der Thain von Gemric schwor den Schattenstürmern den Treueeid.

Das Gemricum

Das Bergvorland der Eisenberge ist jenes Gebiet, in dem sich Menschen und Zwerge am nächsten kamen. Steinbrüche und Minen, Wälder von Eichen, Pinien und Kastanien, schnellfließende wasserreiche Quellflüsse des Valon - das ist die Landschaft, in der die westlichen Städte Vitruviens liegen. Zweihundert Jahre lang belagerten hier die Schatten die Städte und die Zwergenbingen, und noch zeigen die Wälder die schmerzhaften Spuren der Verwüstung, die Orks und andere finstere Wesen anrichteten.

Etwa 10000 Seelen zählt die menschliche Bevölkerung. Außerhalb der Städte (Gemric, Nobila, Lepum, Apium) leben eineinhalbtausend Menschen davon in kleineren Bergdörfern. In alter Zeit waren diese durch gepflasterte Straßen erreichbar. Viele der Straßen, aber längst nicht alle sind wiederhergestellt.

Die Bingen der Zwerge verbergen sich dagegen hinter runengeschützten?, geheimen Zugängen, die nur wenigen vertrauenswürdigen Menschen bekannt sind. Die Handelskarawanen der Zwerge haben es bis jetzt immer verstanden, ihre Spuren zu verwischen. Mindestens 5000 Zwerge, so weiß man, gibt es in Eisenstein. Wieviele noch unter den Eisenbergen leben, ist den Menschen nicht bekannt.

Der Eisenstein

Der höchste Gipfel der Eisenberge ist vielleicht 2500 Meter hoch. Er liegt weit im Inneren der Bergkette, und man weiß, daß die Zwerge in seinem Inneren eine Stadt hatten, wo sie nach Eisen gruben. Doch die genauen Zugänge zur Binge sind nicht bekannt. Während der Jahre der Belagerung durch die Schatten verschütteten die Zwerge das Tal, in dem sich das prächtige Portal eines allgemein bekannten Einganges befand. Die alte Straße zu dieser Binge namens Ared Kuran ist heute noch deutlich zu erkennen und endet dort, wo einst das Tal des Einganges war, in einem gewaltigen Geröllhang.

Gemric

Bewohner: 1.500 Menschen, geschätzt 4.000 Zwerge
Im Bergvorland der Eisenberge erhebt sich ein erloschener Vulkan. Hier trieben die Zwerge in altersgrauer Zeit eine Stadt in den Fels, die bald zur mächtigsten ihrer Siedlungen wurde. Doch in dreijähriger Belagerung durchbrachen die Zauberer der Schatten die mächtigen Schutzrunen von Gemric und ließen die halbe Bergwand einstürzen, legten so die Hallen der Zwerge frei und nahmen die Stadt ein.


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Seit Gemric befreit und wiederaufgebaut wurde, erhebt sich nun in der offenen Bergflanke die Oberstadt. Sie steht Menschen offen, und auch der Fürst der Provinz hat hier seinen Sitz. In der Tiefe des Berges liegt die Unterstadt: nur wenige Ebenen sind hier den Menschen erlaubt und zugänglich. Dort unten regiert der Thain von Gemric die Zwerge, und es heißt (soweit die Zwerge etwas darüber verlauten lassen), daß er als oberster Thain aller Zwerge Valariots spricht. In den dunklen Tiefen des Vulkanes von Gemric lodern die Schmiedefeuer der besten Plattner und Waffenschmiede von Valariot. Das Klingen ihrer Hämmer ist ein Gebet zu jener geheimnisvollen Zwergengottheit, die die Menschen als Gimric oder Vulkan kennen, und der ganze Berg ist den Zwergen heilig, heißt es.

Nobila

Bewohner: 4.000 Menschen, 100 Zwerge
Als Gemric noch allein den Zwergen vorbehalten war, galt Nobila als bedeutendste Stadt Vitruviens. Obwohl die Kämpfe mehrfach über ihre Mauern hin und herwogten, zeugen noch einige Gebäude von einstiger Größe. Und jetzt im Wiederaufbau zeigt sich, daß die Stadt von ihrer Bedeutung als Drehscheibe des Handels von und nach Vitruvien nichts eingebüßt hat.


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In der Umgebung von Nobila finden sich vor allem große Steinbrüche. Marmor und Sandstein werden hier abgebaut. Tiefer in den Bergen werden auch Basalt und Granit aus den Hängen geschlagen. Doch am bekanntesten von den Erzeugnissen der Gemeinde ist der schwere dunkle Rotwein: der „Rote Nobilese“.

Bemerkenswert für den Reisenden ist die Börse von Nobila. Als Haupthandelszentrum der Region werden hier das ganze Jahr über Waren von und nach dem Valcentris, den Zwergenbingen, Valondor oder Caldor und selbst Kargath gehandelt. Entsprechend groß ist der Anteil von Auswärtigen unter den Menschen auf Nobilas Straßen. Wenn, dann kann man in Vitruvien hier etwas von der großen weiten Welt spüren.

Lepum

Bewohner: 1.000 Menschen, 400 Zwerge
Die westlichste der vitruvischen Städte ist das Zentrum der Edelsteinschleifer. In diesem Teil der Berge wird von den Zwergen ansonsten vor allem Silber aus der Tiefe emporgebracht, weshalb in alter Zeit die vitruvische Münze hier ihren Sitz hatte. Heute geht das Münzsilber nach Caldor. Eine der wichtigsten Aufgaben des Fürsten von Eisenstein ist es, für den sicheren Transport desselben zu sorgen.

Die abgelegene Stadt hat einen besonders hohen Anteil an zwergischer Bevölkerung, und die Straßen werden besonders von kleinen Handwerksbetrieben gesäumt. Die Stadt schmiegt sich tief in eine Bergflanke und gilt mit ihren schieferverkleideten Häusern als besonders malerisch. Es gab hier nie besonders große Bauten, und so sind die Spuren des Krieges auch nicht mehr besonders auffällig.

Apium

Bewohner: 2.000 Menschen, 200 Zwerge
Salz - das ist der Schatz, der die Menschen einst hierher brachte. Und da die Zwerge das Salz wenig berührte, nahmen sie die Förderung selbst in Angriff. Heute sind die Salzbergwerke von Apium die einzigen in den Eisenbergen, in deren Stollen Menschen arbeiten. Ansonsten ist die Gemeinde vor allem Zentrum der Landwirtschaft. Die Schweineherden aus den Wäldern am Fuße der Berge werden hierher zum Schlachten gebracht.

Das Holz aus der Umgebung und die kräftig sprudelnden Bergflüße an den Hängen der Eisenberge ließen im Gemricum einst außerdem zahlreiche Wasserräder entstehen, die vielerlei Gewerk antrieben: Pressen, Hämmer, Sägen, Walkmühlen, Schleifereien... und wichtigster Ort der „Kunstbauer“, der Errichter solcher Wunderwerke, war und ist Apium. Die Zwerge Apiums sind Meister in der Wasserkunst, also dem Anlegen von Be- und Entwässerungen. Und die „Fahrkunst“, die im Salzbergwerk errichtet wurde, wird von allen bestaunt, die sie gesehen haben. Über viele hundert Meter führt ein System aus beweglichen Leitern hinunter in den Berg, so daß man mit nur wenig Anstrengung in einer halben Stunde von der tiefsten Sohle bis zum Tag emporsteigen kann. Man raunt, daß es in den Tiefen der Zwergenbingen noch ganz andere wasserbetriebene Wunderwerke gibt...

Die hölzernen Spieluhren aus Apium und Musikinstrumente aller Art sind ein weiteres Erzeugnis der Region.

In den langen Jahren des Krieges wurde Apium berühmt, weil sie von allen vitruvischen Städten am längsten unbesiegt blieb (wenn sie auch wie alle anderen mehrfach an den Feind überging und wieder befreit wurde). Erst ganz zum Schluß gelang es den Schatten, den Widerstand der Bürger von Apium zu brechen, und die Mauern waren noch nicht gefallen, als die Rebellion der Schattenstürmer begann. Dies verdankten die Apianer unter anderem dem „Meteor“, einer wasserradbetriebenen mehrarmigen Wurfmaschine von monströsen Ausmaßen, die heute noch besichtigt werden kann.

Der Orennin

Dieser Höhenzug erscheint karg und unwirklich. Zwischen den dürren Pinienwäldern liegen aber grüne Bergmatten, auf denen Hirten ihre Schafe und Ziegen weiden lassen, und so gibt es einige Dörfer. Auch wird der Orennin von einigen Straßen gekreuzt, die das Valcentris mit dem Rest Vitruviens und Valariots verbinden. Wer über den Paß nach Kargath geht, muß eine dieser Straßen benutzen. So haben sich auch eine Reihe von Wirtshäusern entlang dieser Straßen eingerichtet. Vielleicht eintausend Menschen leben insgesamt im Orennin.

Das Valcentris

Während der zwei Jahrhunderte der Schatten war das Valcentris von Anfang an in der Hand des Feindes. Die Städte, aber auch die Landschaft trägt schwere Spuren davon. Bevor die Herren der Schatten dem Treiben Einhalt geboten (auch die Diener der Schatten müssen schließlich essen, und verbrannte Landschaft nützt keinem Eroberer), hatten die Orkhorden bereits viele mehrtausendjährige Olivenhaine abgeholzt, Weinstöcke ausgerissen und fruchtbare Ackerkrume vernichtet. Die etwa 5000 Siedler werden noch lange harte Arbeit leisten müssen, um das Tal wieder zu kultivieren. Der Fluß Liger, der sich durch das Tal windet, tut seinen Teil dazu und hinterläßt fruchtbaren Boden.

Covii

Bewohner: 2.200 Menschen, 50 Zwerge
Die innerste der Städte im Valcentris hat sich seit dem Sturm der Schatten am meisten erholt, vor allem aufgrund ihrer besonderen Lage. Der kürzeste Weg vom Gemricum aus über den Orennin nach Valcentris endet hier, und über der Stadt erhebt sich der Paß nach Kargath. So fanden sich immer Abnehmer für den Schafskäse und den berüchtigten geruchsintensiven Ziegenkäse namens „Trollbutter“, die hier produziert werden, und ein Teil der Waren, die hier durchkommen, findet ebenfalls Käufer. In der Nähe von Covii bringen die Zwerge Kupfer ans Tageslicht, wenn dieses Handelsgut auch nicht wirklich eine große Rolle spielt.

In Covii blieb im wahrsten Sinne des Wortes kein Stein auf dem anderen während der Jahre der Schatten. Wie das ganze Valcentris war Covii recht schnell an die Schatten gefallen, und die Bevölkerung war (soweit sie entkommen konnte) in die Berge geflohen. Als sie zurückkehrten, befand sich nur noch ein ausgedehntes Geröllfeld, wo einst eine der ältesten Städte Valariots gestanden hatte. Heute besteht Covii im Wesentlichen aus einer Reihe von Gasthöfen, wo die Durchreisenden darauf warten, daß der Paß frei ist.

Bemerkenswert ist die Eselzucht von Covii. Während der Schatten waren die Herden sich selbst überlassen und verwilderten, aber es ist mittlerweile gelungen, ein paar Tiere einzufangen und den Grundstock einer neuen Zucht zu legen. Im ganzen Bergland werden die trittsicheren covischen Esel weitaus mehr geschätzt als jedes Pony oder Pferd. Besonders beliebt jedoch sind die Maultiere, die ebenfalls hier gezüchtet werden. Mit ihrem ruhigen Gemüt und ihrer enormen Tragfähigkeit erweisen sie sich als unermüdliche Helfer im Wiederaufbau des Landes.

Veruntium

1.500 Bürger

Die wichtigste Stadt der Landwirtschaft im Valcentris ist Veruntium. Um die Stadt herum liegen ausgedehnte Getreidefelder, nur gelegentlich unterbrochen von Olivenhainen und Rebhängen sowie einigen Bewässerungsflächen, wo Obst und Gemüse erzeugt werden. Veruntium selbst bietet immer noch einen traurigen Anblick, da die prächtigen alten Gebäude nur noch Ruinen sind. Zwischen den alten Säulen und Torbögen haben sich in aus Trümmern improvisierten Häusern die ersten Bürger niedergelassen, doch der Großteil der Neusiedler ist auf den Gutshöfen zu finden, die im Umland neu entstanden.

Allen Widrigkeiten zum Trotz haben die Veruntier eines der größten und bedeutendsten Gebäude der alten Stadt wiedererrichtet: den Tempel der Granna. Diese lokale Schutzgottheit von Feldern und Ernte wird in ganz Vitruvien verehrt.

Livina

1.200 Bürger

Livina liegt am Nordufer des Liger, der hier den Laco Livino, den Livinischen See bildet. Auch diese Stadt ist nicht viel mehr als ein Trümmerfeld. Die Neusiedler haben aber anders als in Veruntium kurzen Prozeß gemacht und mit der alten Stadt gebrochen. Was an Steinen noch zu gebrauchen ist, zerren sie heraus und errichten damit neue Gebäude auf den Resten der alten. Quer durch die alte Stadt haben sie zwei Breschen geschlagen, die zu den neuen Hauptstraßen wurden. und mit jedem neuen Bürger, der sich hier ansiedelt, verschwinden weitere Trümmer und wird ein neues Haus errichtet.

Auch um Livina herum liegen ausgedehnte Landgüter. Aus diesem Teil Vitruviens stammt der Großteil der Nahrungsmittel, die zu den Zwergen unter den Eisenbergen geliefert werden.

Seit 34 ndS die Schatten wieder über den Grenzwall vorgedrungen sind, ist Livina die Grenzstadt im Valcentris. Die Stadtbefestigungen wurden in größter Hast erweitert, und der Großteil der vitruvischen Miliz ist nun hier stationiert.

Arii

unbewohnt

Laut alten Schriften des Reiches von Caldor enststand Arii um eine Kathedrale zu Ehren der heiligen Arii und erhielt davon auch seinen Namen. Die mündliche Überlieferung Vitruviens hält allerdings hartnäckig daran fest, daß Arii eine vitruvische Gründung sei und die Heilige eigentlich "Ara" heiße. Die Endung "-i" für eine orts- oder Flurbezeichung ist durchaus typisch für Vitruvien. Dagegen sprich allerdings, daß die heilige Arii während der Zeit der Schatten in Vergessenheit geraten war. Vermutlich will Lokalstolz nicht zugeben, daß Caldor die Stadt am Ausgang des Valcentris gegründet hatte. Unumstritten ist dagegen, daß Arii zur Zeit des Falls nicht mehr zu Caldor, sondern zum vitruvischen Städtebund gehörte, obwohl die Könige von Caldor anscheinend traditionell in Arii gekrönt wurden. Den Schriften der Sunna nach wurde dazu das mittlerweile geborgene Banner von Caldor aus dem Schrein der Arii in Armalshall zur Kathedrale des Amboßordens in Arii gebracht.

Nach vitruvischer Überlieferung war Arii damals die prächtigste aller vitruvischen Städte. zwergische traf hier auf elbische Handwerkskunst aus Maranos, und als Vermittler zwischen den Welten brachte Arii es zu einer besonders edlen Blüte der Kultur. Prächtig geschmückt, reich an Kunstschätzen, mit weltlichen Gütern gesegnet, war Arii eine seltene Perle. Die Gildenhäuser Ariis leisteten sich sogar den Luxus, in einer Art plumpem Wortspiel ihre Giebel zu vergolden! Doch wirkte der Reichtum Ariis nie großspurig, sondern - durch den Einfluß elfischen Kunstverstandes - immer sehr fein und geschmackvoll.

Auch von ferne war Arii prächtig anzusehen, es erhob sich auf einem Hügel, der umsäumt war von vielen Fischteichen, in denen sich nachts die bunten Lichter der Stadt spiegelten. Alle Arten von Süßwasserfischen wurden hier gehalten, neben Speisefischen auch Zierfische für die privaten Gartenteiche der Bürger.

Doch um so tiefer war der Fall Ariis. Die Stadt wurde praktisch ohne Gegenwehr im ersten Ansturm überrannt. Dann aber erhoben sich die Einwohner und lieferten einen verbissenen Kampf um jedes Haus und jede Straße. Die Generäle der Schatten glaubten, den Sieg bereits in der Tasche zu haben, und waren sehr erbost, als sich nun doch Widerstand erhob. Sie entboten finstere Magier, die Stadt endgültig einzunehmen. Auf der anderen Seite hatten die Bürger ihren Mut, ihren Glauben und einen mächtigen Priester eines lokalen Ahnenkultes. In einem zähen Ringen ging das Schlachten hin und her, bis zum Schluß nur noch heulende Geister durch die Gassen schwebten.

Als ob die dunklen Mächte der Schatten den elbischen Einfluß spürten, schändeten sie Arii nun besonders gründlich, und richteten hier inmitten der beschworenen Geister und Dämonen ihr Hauptquartier zur weiteren Eroberung und Unterdrückung des Landes ein.

So gründlich war ihr Werk, daß auch nach dem Sturm auf die Schatten, als der Feind bis hinter den Grenzwall zurückgedrängt wurde, Arii immer noch befleckt war. Die Fischteiche und Bewässerungen um den Hügel der Stadt herum hatten sich in einen tödlichen Sumpf voll giftiger Schlangen und Insekten verwandelt. Graue Asche von den unzähligen Bränden in der Stadt bedeckte alles und hinterließ selbst in der Luft einen schalen Geschmack. In den Ruinen und den Katakomben verbargen sich unheilige Wesen und ruhelose Geister. Zwischen alledem streunten Rattenmenschen und Gobline herum und waren auf Beute aus. Wer sich zwischen die bröckelnden Mauern wagte, spielte mit dem Tod.

Seit dem erneuten Vordringen der Schatten liegt Arii im Niemandsland zwischen den Heeren. Die todesmutigen Schatzsucher, die hier immer wieder ihr Glück versuchen, müssen nun auch noch damit rechnen, zwischen den Fronten aufgerieben zu werden.

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Zuletzt geändert am 15.01.2007 01:26 Uhr