Trutzhaven 0.1 - Wieviel Macht verträgt ein Mensch?

20.12.2003 in Hamburg

DIESES SPIEL IST BEREITS VORBEI


Nebelschwaden zogen über das tiefschwarze Wasser, welches sich im Laufe des Morgens in ein Kristallblau verwandeln würde wenn die Sonne den Nebel vertreibt.

Der Puls der sonst so belebten Stadt, schien in diesen frühen Morgenstunden fast stillzustehen. Trotz der Windstille brachte der Nebel eine Kälte mit sich die, den Wachen auf den Hafenmauern ein ums andere mal einen Schauer über den Rücken jagten. Jedes Geräusch welches von der Stadt und der dahinter liegenden Burg kam, hörte sich für die Wachhabenden dumpf und verkrüppelt an oder wurde gar komplett vom Nebel geschluckt. Das einzige was deutlich zu hören war, waren die kleinen Wellen die gegen die Kaimauer liefen und ein melodisches Plätschern von sich gaben. Die Anlegestellen waren fast leer bis auf die der heimischen Fischerboote und einiger weniger Handelsschiffe.

Ein Teil der Kriegsschiffe wurden bei so einem Wetter zwischen der nördlichen und südlichen Hafenmauer angekettet, damit kein ungebetener Gast sich unbemerkt Zutritt verschaffen konnte. Der andere Teil patrouillierte in den Gewässern vor den Küsten Valariots.

Hier und da lag ein süßlicher Geruch in der Luft, mit einem Hauch von Alkoholaroma der, wenn man ihm folgte zur Hütte des Hafenmeisters führte.

Werd gleich mal zu Jons gehen. Dem Geruch zufolge müßte der Punsch gleich fertig sein. Dachte Ingmar , einer der Hafenwächter, und schlenderte ganz gemütlich vom äußersten Ende der Hafenmauer Richtung Hafenmeister. Macht nen verdammt guten Punsch der Jons, aber ist ja auch kein Wunder, da er ja von jeder Weinlieferung die in Trutzhaven verladen wird ein paar Fläschchen für sich abzweigt. Dazu noch aromatischen Rum aus südlichen Landen und eine Prise exotische Gewürze. Ja ! Der Jons macht nen verdammt guten Punsch.

Jons, der Hafenmeister, machte bei solch einer Witterung gerne für die Hafenwachen einen seiner berühmten Punschkessel. Das ganze tat er nicht nur aus Nächstenliebe, denn er konnte sich sicher sein das die Wachen bei dem einen oder anderem Geschäft das er zu tätigen pflegte ein Auge zudrückten.

Als Jons gerade dabei war den Punsch mit feinen Gewürzen abzuschmecken betrat Ingmar die Hütte des Hafenmeisters. „Bist ja heute ganz schön früh auf den Beinen“ sagte er und setzte sich auf einen Hocker der ganz in der Nähe des Kessels stand. „Ich muß mich doch um meine Jungs auf den Mauern kümmern. Ihr seid doch einer der Hauptgründe warum es in dieser Stadt so wenig Verbrechen gibt.“ entgegnete Jons und ließ ein leichtes schmunzeln über sein Gesicht gleiten, während er Ingmar einen Becher mit Punsch einschenkte und ihm diesen reichte. „Hör bloß auf ! Weiß gar nicht warum wir auf den Hafenmauern Wache halten müssen. Von See her wird die Stadt durch Schiffe bewacht und von Land her ist es unmöglich in die Stadt einzudringen, da jede Heermacht am Bollwerk abprallen würde. Seitdem Sir Richard seine rechte Hand und sein linkes Auge bei dem Versuch die Drows zu täuschen verloren hat, sieht er Gespenster.“

In diesem Moment betrat eine zweite Wache die Hütte. „ Morgen Jons ! Hab ichs doch gewußt das ich mich auf meine Nase verlassen kann“.

„Sollst dich auch nicht umsonst hierher bemüht haben“ antwortete der Hafenmeister und reichte auch ihm einen Becher. „Wird lange dauern bis der Nebel sich aufgelöst hat, werden heute viele Schiffe einlaufen ?“

„Nicht ein einziges. Zumindest keines von denen die erwartet werden. Hab sozusagen einen freien Tag.“ Bei dieser Bemerkung von Jons lachte Ingmar auf und nahm einen kräftigen Schluck.

Während sich die drei unterhielten und dabei von innen aufwärmten, verstärkte sich der Nebel.

Als Ingmar nach einer Weile die Tür öffnete um eine Runde auf der Nordmauer zu machen hielt er inne. „Jungs guckt euch das mal an. Habt Ihr so etwas schon mal gesehen ?“.

Nachdem Jons und die zweite Wache hinausgingen, standen sie zu dritt vor der Hütte und starrten in den Nebel. Man konnte keine zwei Schritt weit sehen und spätestens jetzt fragte sich Ingmar warum er eigentlich Wache hielt. Er konnte doch eh nichts erkennen. Aus der Richtung des Meeres hörten sie nun Nebelhörner. Tiefe, dunkle und lang anhaltende Töne unterbrachen die Stille um sie herum. Ein beklemmendes Gefühl überkam die drei und Jons schickte sich daraufhin an in seiner Hütte zu verschwinden und den beiden noch eine angenehmen Morgen zu wünschen.

„Merkwürdig“ sagte Ingmar „Ich halte nun seit über zehn Jahren Wache im Hafen, aber so einen Nebel habe ich noch nicht erlebt“

„Wollen wir abbrechen und Meldung in der Wachstube machen ?“ fragte die zweite Wache und schaute dabei fast ängstlich auf die dichten Nebelfetzen, die immer weiter die Stadt hinauf zogen. „Eine Runde noch“ entschied Ingmar und machte sich langsam auf dem Weg zur Nordmauer. Die zweite Wache seufzte und verschwand in Richtung Südmauer. Während Ingmar die Mauer entlang schritt breitete sich das beklemmende Gefühl aus. Es steigerte sich bis er fast einer Panik nahe war. Reiß dich zusammen alter Junge ! sagte er zu sich selbst Ist doch nicht das erste mal das du durch dichten Nebel gehst.

Plötzlich schien der Nebel sich zu lichten und er sah einen großen schwarzen Schatten hindurchgleiten, der direkt auf die Anlegerstellen zusteuerte.

Er machte auf dem Absatz kehrt und rannte auf der Mauer zurück. Kann es sein das ein Schiff sich durch die Seeblockade geschlichen hat ? Nein ! Niemals ! Die Blockadeschiffe verankerten sich bei so einem Nebel direkt vor der Hafeneinfahrt. Als er bei den Anlegestellen ankam war nichts außergewöhnliches zu sehen und zu hören.

Auf einmal öffnete sich wie von Geisterhand der Nebelvorhang und er sah wie der Bug eines riesigen Schiffes lautlos durchs Wasser glitt und ein perfektes Anlegemanöver hinlegte.

Er hörte ein Geräusch hinter sich, und riß während er herumwirbelte sein Schwert aus der Scheide.

Wenn die zweite Wache einen Schritt später zum stehen gekommen wäre hätte sie sich die Schwertspitze durch den Hals gerammt. „Verdammt ! Was schleichst du hinter meinem Rücken herum“ herrschte Ingmar ihn an. „Entschuldigung“ stotterte Junghard „Ich bin nur einem großen Schatten gefolgt den ich durch den Nebel ausmachen konnte.“

Beide starrten nun auf das riesige Schiff. Es war ein bauchiges Schiff welches sich bestimmt nur sehr schwer manövrieren ließ, und selbst bei gutem Wind sehr langsame Fahrt machen würde. Vom Wasser bis zur Bordkante waren es bestimmt fünfzig Meter, schätzte Ingmar. Wenn man davor stand hatte man keine Sicht auf die Aufbauten oder konnte sehen wie viele Masten es hatte. Die Bordwände waren weiß und an dem oberen Drittel waren rote Schriftzeichen und Symbole zu erkennen.

Als beide am Anleger entlang gingen konnten sie nur ahnen das das Schiff mindestens zweihundert Meter lang sein mußte, da es den Platz von dreien einnahm.

„He da ! Jemand an Bord ?“ rief Junghard herauf und schaute auf den älteren Ingmar in der Hoffnung dieser würde irgendeine Entscheidung treffen.

Auf halber Höhe der Bordwand öffnete sich eine Luke die groß genug war um ein Vierspanner hindurchzulassen. Aus dieser Luke wurde nun eine Planke geschoben die bis auf den Anleger reichte. Beide Wachen starrten mit offenen Mündern. Wie gebannt verfolgten Sie wie eine Gestalt in langer weißer Robe langsam die Planke hinunter schritt. Am Anleger angekommen schritt sie nun direkt auf die beiden zu. Keiner von beiden konnte ein Gesicht erkennen, aber je näher die Gestalt kam desto besser konnten sie erkennen, das die gleichen Zeichen und Symbole die auf der Bordwand waren, auch die Robe zierten. Die Gestalt schien förmlich zu schweben. Beide waren erstarrt. Selbst wenn sie wollten hätten sie nicht mehr weglaufen können. Direkt vor ihnen kam die Gestalt zum stehen. Noch immer konnten sie kein Gesicht erkennen.

„Meldet meine Ankunft bei Eurem Herrn an.“ Als Ingmar die Stimme vernahm, wurde er von einer Welle der Machtlosigkeit erfasst. Er wollte gar nicht wissen wie es in diesem Moment seinem jüngeren Kameraden erging. Die Stimme war leise, fast flüsternd und doch vernahm er jedes Wort so gut als hätte man es ihm direkt ins Hirn gepflanzt.

Er nahm all sein Mut zusammen und fragte, „ Wessen Ankunft ?“

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Zuletzt geändert am 01.09.2006 09:59 Uhr